Interview mit Benka

BENKA hat einen unvergleichlichen Stil in seinen Bildern. Du siehst ein Kunstwerk von ihm und erkennst sofort seine Handschrift. Ein toller junger Künstler. Viel Spaß mit dem Interview dieses Nachwuchskünstlers.

 

Erzähle uns ein paar persönliche Dinge über dich?

Ich bin Franzose, ich bin die meiste Zeit meines Lebens in Wien aufgewachsen und lebe seit 5 Jahren in München.

Was bedeutet Benka?

Es ist ein Spitzname, den Freunde von meinem Vater ihm gegeben hatten. Eine Abkürzung seines Namens. Er war ein toller Mensch und ein großartiger Vater. Ich wollte ihn irgendwie ehren.

Seit wann malst du?

Seit ich ein Kind bin. Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Ich konnte beispielsweise auf die Wand unserer Wohnung malen. Das war ziemlich lustig und es war meine erste Erfahrung mit großen Formaten 😅.

Ich sehe mich als ein purer Autodidakt. Im Jahr 2014, habe ich angefangen ernsthaft Kunst zu studieren (als Autodidakt). Das hat mir viel gebracht und es war sehr nötig in der Entwicklung meiner Malerei.

Wie beschreibst du deine Kunst? Deinen Kunststil?

Ich würde meine Malerei als ein organisiertes Chaos beschreiben. Kunststil…hm…captchart vielleicht?

Deine Bilder nennst du Captcha. Ein Test zur Unterscheidung zw. Mensch und Maschine. Was hat es damit auf sich?

Seit der Erscheinung von Smartphones und Socialmedia, habe ich mich für deren Suchteffekte interessiert. Wie viele von uns, war ich dabei als diese plötzlich aufkamen. Und heute vermisse ich die 90-er 😅

Ich fand es faszinierend und gleichzeitig total absurd, wie schnell die Leute abhängig geworden sind. Die meisten hatten plötzlich den Kopf im Bildschirm, wie man es noch jeden Tag zum Beispiel in der U-Bahn sieht. Das Handy wurde tatsächlich ein neues Teil des Körpers, eine Verlängerung der Hand. Ich meine man isst damit, man geht damit aufs Klo, man schläft damit…diese Beziehung zu den Smartphones, die Erscheinung von Humanoiden wie Ai-da, Erica oder Sophia haben mich sehr beeinflusst und ich musste dies in meiner Malerei irgendwie symbolisieren. Ich habe also Captchas integriert und diese sind zu meinem “künstlichen/ künstlerischen Sprachsymbol” geworden.

Darum integrierst du auch Zahlen und Buchstaben in deine Werke? Welche Bedeutung haben diese?

Die Zahlen und Buchstaben sind Captchas. Captchas werden verwendet, um zu prüfen, ob beispielsweise ein Formular von einem Menschen oder einem Computer (Roboter) ausgefüllt wurde. Teilweise werden nämlich Computer (“Bots”) eingesetzt, um missbräuchlich automatische Eingaben auf einer Seite zu machen. Die Captchas sind für Menschen relativ leicht zu lesen, für Computer ist dies meist unmöglich, da Buchstaben und Zahlen so verzerrt dargestellt werden, dass Systeme sie nicht auslesen können. Die Captcha sind also dazu da zu beweisen, dass man kein Roboter ist. Diesen Captchas bist du bestimmt schon begegnet: I m not a robot. Ich fand es verrückt, dass ich bei der Nutzung von Internet bzw. wenn ich etwas kaufen oder reservieren will, beweisen sollte, dass ich kein Roboter bin. Das habe ich gehasst aber gleichzeitig hat es meiner Kunst eine Richtung gegeben.

Ich bin kein Roboter bedeutet für mich auch alte menschliche Verhaltensweisen in mein Alltagsleben zu integrieren. Wenn ich bspw. den Weg nicht weiß, dann frage ich Jemanden nach dem Weg und nicht mein Smartphone.

Ich gehöre sozusagen zu dem Widerstand gegen die Robotisierung, ein bischen wie John Connor in Terminator 😅

Wo hast du deine Werke bisher ausgestellt?

Während der Entwicklung meiner Malerei und meines Stils, habe ich in ein paar Galerien in Berlin, Salzburg und München ausgestellt und an Kunstmessen in Hamburg, Köln und Karlsruhe teilgenommen. Aber seit der Erscheinung der neuen Captcha Bilder, in 2020, habe ich noch nicht live ausgestellt.

Lebst du von der Malerei?

Nein leider nicht. Ich arbeite nebenher in einem Teilzeitjob, um mein Kunstmaterial und die Miete zu zahlen.

Dein größter Traum als Maler?

Eine Ausstellung in New York.

Welchen Tipp hast du an Leute, die mit dem Malen anfangen und besser werden wollen?

Arbeiten, arbeiten, arbeiten…Kritik anhören, probieren, testen, Fehler machen, sich in Frage stellen und arbeiten, arbeiten, arbeiten…

Gibt es ein Kunstwerk in deinem Leben, was dich beeindruckt hast?

Ja, Bilder von Mark Grotjahn. Ich bin total von seiner Technik beeindruckt.

Hast du andere Talente?

Ich glaube nicht an Talente. “Das Talent” sagte Jaques Brel, ist die Lust etwas zu machen. Was Talent ist ruft nach Arbeit und die Arbeit macht das Talent. Außer malen, spiele ich Schlagzeug seit ich 10 Jahre alt bin. Ich habe viele Bands gehabt, viele Aufnahmen gemacht und Konzerte erlebt.

Bier oder Wein?

Ich trinke keinen Alkohol.

Was isst du am liebsten?

Schokolade

Ein Leben ohne Kunst wäre …

… anders

Wenn ich nicht male …

… bin ich ruhiger

Mit 1.000.000€ mache ich …

Dann könnte ich mir endlich ein Atelier leisten 😅

Instagram-Account von BENKA: https://www.instagram.com/benka.1/

   
 

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